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Erklärung des Begriffs: Internet Information Server (IIS)
Begriff
Internet Information Server
Abkürzung
IIS
Eintrag zuletzt aktualisiert am
02.12.2015
Zur Stichwortliste unseres Lexikons
Was ist
Internet Information Server
?
Webserver
, MailServer und Newsserver im Rahmen von Windows Server sowie
Windows XP
und
Windows 2000
Workstation. Wird ab
Windows Server 2003
als "Web Application Server" bezeichnet.
Server oder Service?
Der Internet Information Server (IIS) ist der
Webserver
, den Microsoft als optionale Komponente mit allen Betriebssystemen seit
Windows 2000
ausliefert. Offiziell steht die Abkürzung IIS inzwischen nicht mehr für Internet Information Server, sondern für Internet Information Services, um zu deklarieren, dass der IIS kein eigenständiges Produkt, sondern ein Teil von Windows ist. In Entwicklerkreisen ist aber die Sprechweise "Server" immer noch weiter verbreitet und so hält es auch der Autor dieses Buchs. Aber auch Microsoft selbst verwendet immer noch auf vielen Websites Server. Bei
Google
sind beide Begriffe etwa gleich oft zu finden: Internet Information Server (1.300.000 Treffer bei
Google
) und Internet Information Services (1.360.000 Treffer bei
Google
).
Versionsgeschichte
IIS 1.0: Zusatz für Windows NT 3.51
IIS 2.0: in Windows NT 4.0 enthalten
IIS 3.0: in Windows NT 4.0
Service Pack
2 enthalten (erste Version mit den
Active Server Pages
(ASP))
IIS 4.0: in Windows NT 4.0 Option Pack enthalten
IIS 5.0: in
Windows 2000
enthalten (nun „Microsoft Internet Information Services“ statt „Microsoft Internet Information Server“)
IIS 5.1: in
Windows XP
Professional + Windows MCE enthalten
IIS 6.0: in
Windows Server 2003
+
Windows XP
x64 Edition enthalten (erste modularisierte Version)
IIS 7.0: in
Windows Vista
+
Windows Server 2008
enthalten
IIS 7.5: in
Windows Server 2008
R2 +
Windows 7
enthalten
IIS 8.0
: in
Windows Server 2012
+ Windows 8 enthalten
IIS 8.5: in
Windows Server 2012
R2 +
Windows 8.1
enthalten
IIS 10.0: in
Windows Server 2016
+
Windows 10
enthalten (mit HTTP/2)
IIS und
ASP.NET
Der IIS wird auch in ASP
.NET 3.5
weiterhin der meistgenutzte
Webserver
für den Betrieb von
ASP.NET
-Webanwendungen bleiben. Der IIS wird auch in ASP
.NET 3.5
weiterhin der meistgenutzte
Webserver
für den Betrieb von
ASP.NET
-Webanwendungen bleiben. Die Nutzung des IIS und des
Microsoft SQL Server
s als
Datenbank
ist die klassische Variante zur Webprogrammierung auf der Windows-Plattform. Einige Autoren sprechen von
WIMA
(Windows, Internet Information Server,
Microsoft SQL Server
/
MSDE
,
ASP.NET
) als Alternative zu L
AMP
(
Linux
,
Apache
,
MySQL
,
PHP
).
ASP.NET
integriert sich in Form eines
ISAPI
-Filters (aspnet
filter.dll) und einer
ISAPI
-Erweiterung (aspnet
isapi.dll) in den IIS. Die Dateierweiterungen .aspx, .ascx, .ashx, .asmx, .asax, .axd, .config, .cs, .vb u.a. werden mit der
ISAPI
-Erweiterung verbunden.
IIS 7.0
Der
Webserver
Internet Information Server und die Webplattform
ASP.NET
gingen trotz vieler Gemeinsamkeiten bei der Konfiguration bisher eigene Wege. Nun vermählt Microsoft mit IIS 7.0 die beiden und stellt sie auf eine gemeinsame Basis. Gleichzeitig baut Microsoft den einst als reiner
Webserver
zur Welt gekommenen IIS zum Anwendungsserver aus. Microsoft nennt seinen
Webserver
Internet Information Server (IIS) 7.0 [1] einen komponentenbasierten Server, weil er aus einzelnen unabhängigen
Softwarekomponente
n zusammengebaut ist. Das bietet den Vorteil, dass nur die wirklich benötigten Funktionen installiert werden müssen. Anders als der monolithische Vorgänger IIS 6.0, besteht IIS 7.0 aus einem kleinen
Webserver
kern (Web Core Server) und mehr als 40 IIS-Modulen für
Netzwerk
protokolle, Protokollierung, Konfiguration,
Authentifizierung
sverfahren und Diagnose.
Der Aufbau aus Komponenten zeigt sich bereits beim Setup: Bei der Installation des IIS auf einem Longhorn-Server mithilfe des Add Roles
Wizard
fordert Windows als Grundlage die Installation des
Windows Activation Service
(
WAS
).
WAS
aber ist in der neuen Windows-Generation der Systembaustein, der für den IIS die Anwendungspools und
Prozesse
verwaltet.
In dem folgenden Installationsfenster kann der Administrator sehr viel genauer als in der Vergangenheit die einzurichtenden Funktionen auswählen. Neben Frameworks wie ASP,
ASP.NET
,
CGI
und
ISAPI
lassen sich in den Bereichen „HTTP-Features“, „Health and Diagnostics“, „Security“ und „Management Tools“ die gewünschten Module selektieren. Im Bereich Sicherheit sind verschiedene
Authentifizierung
sverfahren wie zum Beispiel Basic, Windows, Digest oder
Zertifikat
e wählbar. Bei den Management-Diensten steht unter anderem zur Wahl, ob sich IIS 7.0 auch mit den Verfahren eines IIS, also mit Konsole, Skript oder per
WMI
verwalten lassen soll und ob eine Fernverwaltung des IIS über einen Management-Service erlaubt sein soll.
Die komponentenorientierte Architektur erlaubt auf jeder Ebene (
Webserver
, Website, Anwendung oder Verzeichnis) Modulsätze zu erstellen. So ist beispielsweise möglich, einen
Webserver
zu betreiben, der ausschließlich Windows-
NTLM
-
Authentifizierung
, statische Webseiten, Kompression und Protokollierung beherrscht.
Im Hinblick auf Sicherheit reduziert dies die Angriffsfläche und erhöht die Sicherheit des
Webserver
s gegenüber dem IIS 6.0, der nur für die Anwendungsentwicklungsframeworks eine Möglichkeit zum Deaktivieren von Merkmalen bot. Neben höherer Sicherheit ist von einem auf die notwendigen Module reduzierten
Webserver
auch eine bessere Leistung zu erwarten.
Installieren lässt sich IIS 7.0 auf Windows
Longhorn Server
n sowie den Home-Premium-, Business- und Ultimate-Varianten von
Windows Vista
. Auf keiner Plattform gehört IIS zur Standardinstallation, sondern ist immer eine Option, die nach dem Einrichten des Betriebssystems zu aktivieren ist. Bei
Windows Vista
in der Systemsteuerung, beim Longhorn-Server mithilfe des Rollenassistenten. Der IIS 7.0 wird nicht zu 100%-kompatibel zu Vorgängerversionen sein (siehe Kasten "Kompatibilität zu vorherigen Versionen").
Der IIS war bisher ein Web-, Datei-, Mail- und Newsserver. Ab Version 7.0 wird der IIS auch
TCP
,
MSMQ
und Named Pipes verstehen und damit zum allgemeinen Host für die
Windows Communication Foundation
werden. Neben dem bereits aus der Vorgängerversion bekannten Kernel-Mode
Liste
ner HTTP.sys installiert der IIS 7.0 die
Liste
ner NET.
TCP
, NET.PIPE and NET.
MSMQ
. Beim Eintreffen einer Anfrage in einem der
Liste
ner prüft der Windows Activation Server (
WAS
), ob es bereits einen Arbeitsprozess gibt, der die Anfrage bearbeiten kann. Sofern noch keiner vorliegt, erzeugt
WAS
einen passenden Prozess. Der Aktivierungsdienst kann auf Wunsch verschiedene Protokolle in einem Arbeitsprozess bedienen. Die Anwendungspools dieses Dienstes besitzen ähnliche Eigenschaften wie die IIS 6.0-Anwendungspools, zum Beispiel Prozessidentität oder Recycling-Funktionen.
Im IIS 7.0 legt Microsoft Wert auf eine einfachere Konfiguration. Bisher ergaben sich die Einstellungen für eine Webanwendung aus dem Zusammenspiel der Einstellungen in der IIS-Metabase, die über den IIS-Manager festgelegt wurden, und den Einstellungen in den
XML
-basierten
ASP.NET
-
Konfigurationsdatei
en, den
web.config
-Dateien.
Der neue
Webserver
übernimmt das .NET-basierte Konfigurationssystem, das heißt alle Einstellungen einer Webanwendung, sowohl die von
ASP.NET
als auch die des IIS, werden in .config-Dateien gespeichert. Microsoft spricht vom „Configuration Store“, der die bisherige Metabase ersetzt.
Web.Config-Dateien bieten gegenüber dem bisherigen Metabase-basierten Konfigurationsmodell vier wesentliche Vorteile:
Die
Konfigurationsdatei
en lassen sich mit einfachen Text- oder
XML
-Editoren bearbeiten.
Die
Konfigurationsdatei
en sind einfacher, nämlich per Dateikopie und auch per
FTP
übertragbar. Geänderte
Konfigurationsdatei
en führen außerdem sofort zur Verhaltensänderung des Servers.
Die
Konfigurationsdatei
en liegen im Ordner des jeweiligen Webprojekts. Das macht die Delegation von administrativen Aufgaben einfacher, da der für diese Datei verantwortliche Mitarbeiter weder die
Frontpage Server Extensions
noch einen
RPC
-Zugang zu dem
Webserver
-Dienst benötigt.
Die
Konfigurationsdatei
en bilden eine Hierarchie. In jedem Unterverzeichnis können
Konfigurationsdatei
en existieren, wobei untergeordnete
Konfigurationsdatei
en übergeordnete Einstellung überschreiben.
Neben der Hochzeit auf Konfigurationsebene finden IIS und
ASP.NET
auch auf der Ebene der Verarbeitung eines Seitenabrufs über die Request
Pipeline
zueinander. Bisher kümmerte sich zunächst der IIS um die Anfrage und übergab sie dann an aspnet_isapi.dll; die von
ASP.NET
erzeugte Antwort ging wieder zurück an IIS, der sie an den Client gesendet hat. In dem neuen Integrated Application Pool Mode lassen sich die Module in beliebiger Reihenfolge nacheinander ausführen, egal ob es sich um Module in verwaltetem Code wie bei den Modulen für
ASP.NET
HTTP Handler
und HTTP oder in unverwaltetem wie beim Win32
HTTP Module
handelt. Bisherige Doppelarbeiten, zum Beispiel im Bereich der
Authentifizierung
für den
Webserver
und für
ASP.NET
, entfallen dadurch. Die Administration wird einfacher, da sie nicht mehr zwischen IIS- und ASP
.NET-Modul
en unterschiedet. Der IIS verwaltet alle Module im Element <modules> in den
Konfigurationsdatei
en. In dem neuen Modell sind die aus
ASP.NET
stammenden Konfigurationselemente <httpModules> und <httpHandlers> ohne Bedeutung. Daraus ergibt sich, was Microsoft „Unified Request
Pipeline
“ nennt: eine gemeinsame Aufrufkette für die beiden Modultypen. Um die Kompatibilität zu wahren, lässt sich IIS 7.0 auch in den „
ISAPI
Application Pool Mode“ schalten. Dann funktioniert die
Pipeline
wieder wie im IIS 6.0.
Querverweise zu anderen Begriffen im Lexikon
Windows Communication Foundation (WCF)
Frontpage Server Extensions (FPSE)
Windows Activation Service (WAS)
Microsoft SQL Server (MSSQL)
Active Server Pages (ASP)
Konfigurationsdatei
Windows Server 2008 (W08)
Windows Server 2012
Windows Server 2003
Windows Server 2016
Softwarekomponente
Authentifizierung
Longhorn Server
Windows Vista (Windows VI)
Windows 2000
Service Pack (SP)
HTTP Handler
HTTP Module
Windows 8.1
.NET-Modul
web.config
Zertifikat
Windows XP
Windows 10
Windows 7
Webserver
Datenbank (DB)
Prozesse
.NET 3.5
Pipeline
Netzwerk
Google
Wizard
Apache
MySQL
Liste
Linux
Internet Information Server 8.0 (IIS 8.0)
Active Server Pages .NET (ASP.NET)
Internet Services Application Programming Interface (ISAPI)
Microsoft Database Engine (MSDE)
Windows IIS MSDE ASP.NET (WIMA)
NT LAN-Manager (NTLM)
Microsoft Message Queuing (MSMQ)
Remote Procedure Call (RPC)
Personal Home Page Tools (PHP)
File Transfer Protocol (FTP)
Transmission Control Protocol (TCP)
Windows Management Instrumentation (WMI)
Windows Activation Service (WAS)
Extensible Markup Language (XML)
Accelerated Massive Parallelism (AMP)
Common Gateway Interface (CGI)
Beratung & Support
Anfrage für Beratung/Consulting zu INTERNET INFORMATION SERVER IIS
Gesamter Beratungsthemenkatalog
Technischer Support zum Thema INTERNET INFORMATION SERVER IIS
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Internet Information Server/Internet Information Services (IIS)
Neuerungen im Internet Information Server/Internet Information Services 7.0/7.5/8.0/8.5/10.0 (IIS 7.0/7.5/8.0/8.5/10.0)
Sichere Webanwendungen mit IIS und ASP.NET Core
Webanwendungen entwickeln für Internet Information Server/Internet Information Services (IIS)
ASP.NET Core 9.0 - Änderungen und Neuerungen gegenüber ASP.NET Core 8.0
.NET-Sicherheit (.NET Security)
ASP.NET Core 10.0/11.0: komplettes Wissen - mit MVC, Razor Pages, Blazor, WebAPIs und gRPC
ASP.NET Core WebAPI 10.0/11.0: RESTful Services/HTTP-Services/Microservices
ASP.NET Model View Controller (ASP.NET MVC) und ASP.NET WebAPI für ASP.NET MVC 5.x oder ASP.NET MVC Core 10.0/11.0
ASP.NET WebAPI: REST-Services/HTTP-Services/Microservices
ASP.NET Webforms (System.Web) - Basiswissen
ASP.NET Webforms im Überblick - Weboberflächen mit .NET
Azure DevOps für Administratoren: Installation, Administration/Betrieb, Lizenzfragen
Azure DevOps: Continuous Integration (CI) / Continuous Delivery (CD) mit Pipelines (Build- und Releasemanagement)
Docker-Basiswissen und -Aufbauwissen
Microsoft SQL Server 2008 - Die Neuerungen gegenüber SQL Server 2005 (Update-Schulung)
Neuerungen in Microsoft SharePoint 2019 - für Umsteiger von Version 2016
Umstieg auf ASP.NET Core 10.0/11.0-Webanwendungen in .NET 10.0/11.0 (Umstellung/Migration von klassischen ASP.NET-Webanwendungen auf ASP.NET Core)
Umstieg auf ASP.NET Core WebAPI und Google RPC (gRPC) in .NET 10.0/11.0 (Umstellung/Migration von ASP.NET WebAPI und/oder WCF in .NET Framework auf ASP.NET Core und gRPC in .NET 10.0/11.0)
Umstieg von .NET-Desktop-Entwicklung (WPF/Windows Forms) auf Webentwicklung (ASP.NET/ASP.NET Core + JavaScript/TypeScript mit Webframeworks wie Angular, Vue.js oder React)
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